Nachrichten

Peking:   Zukünftige Nutzung und Hafenmuseum

Der Haushaltsausschuss des Bundestages beschloss am 12. November 2015, eine Zuwendung in Höhe von 120 Millionen Euro für den Aufbau des Deutschen Hafenmuseums in Hamburg zur Verfügung zu stellen. Ein Teil davon, wie sich während der Arbeiten herausstellte, sind es jetzt 35 Millionen Euro, sollen dabei in die Restaurierung der PEKING investiert werden.

Das bekannte Wettervorhersage-System „Havprognoser“ gibt es nicht mehr. Das DMI hat ein neues System herausgegeben, „Farvandutsikter“.

Hier die Adresse:

https://www.dmi.dk/

 

 

 

Geschichte der Peking    Quelle: www.peking-freunde.de

Die PEKING ist ein Frachtensegler, der 1911 von der Werft Blohm & Voss in Hamburg im Auftrag der Reederei F. Laeisz fertig gestellt wurde. Mit einer Länge von 115 Metern (Länge über alles), bzw. 96,01 Metern (Länge zwischen den Loten) und einer Breite von 14,40 Metern gehört das Schiff zum Schiffstyp Viermastbark. Die vier Masten tragen insgesamt 32 Segel. Die PEKING hat ein baugleiches Schwesterschiff - die in Travemünde liegende PASSAT.

Frau Kölling von der Wasserschutzpolizei Hamburg bittet um Beachtung folgender Nachricht:

Die EU-Kommission lehnt Genehmigung von Antifouling-Wirkstoff ab

Erfolg für den Umweltschutz: Ab Januar 2017 darf Cybutryn nicht mehr auf Schiffsrümpfen verwendet werden. Wirksame Antifouling-Beschichtungen können auch ohne Biozide auskommen

 

 Aktuell zum Saisonstart

Kann Kälte töten?

Gefahren beim Sturz in kaltes Wasser

 
Diese Polizeimeldung war am 22.03.2010 in den Cuxhavener Nachrichten zu lesen:
 
Vergebliche Suche – Tödlicher Sturz in die Leine
Hannover. Ein junger Mann ist am Samstagabend in die Leine in Hannover gefallen
und ertrunken. Ein Augenzeuge hatte den Sturz beobachtet. Taucher suchten
stundenlang nach dem Vermissten; er konnte am frühen Sonntagmorgen nur noch
tot geborgen werden. (dpa)
 
Nachfragen bei der Polizei in Hannover haben ergeben, dass der Verunfallte ein
sonst gesunder Mann von 24 Jahren war, der in alkoholisiertem Zustand mit der
Witterung angepasster Bekleidung aus geringer Höhe in den Fluss gefallen
war. Die gerichtliche Obduktion konnte „Tod durch Ertrinken“ feststellen.
 
 
In eine vergleichbare Situation kann man nicht nur beim Segeln, sondern auch am
Hafen kommen. Besonders hervorzuheben ist: eine junge und gesunde Person fällt
in ein kaltes Gewässer und ertrinkt.
 
Unser Gefahrenbewusstsein ist diesbezüglich nicht besonders ausgeprägt, weil:
 
1. wir das Risiko unterschätzen, dass man überhaupt ins Wasser fallen könnte,
2. wir dann der Meinung sind, dass wir leicht wieder herausklettern können, sollten wir wirklich einmal ins Wasser gefallen sein,
3. uns die Risiken des Kälteschocks nicht bekannt sind.
 
Der nachfolgende Artikel soll auf die besonderen Gefahren beim Sturz in kaltes
Wasser aufmerksam machen. Herrn Dr. Kohfahl aus Cuxhaven danken wir für die
Erlaubnis der Veröffentlichung.
 
Beim Sturz in kaltes Wasser lassen sich 4 Stadien unterscheiden, die zu
unterschiedlichen Zeitpunkten nach dem Unfall zum Tode führen können.
Entscheidend sind aber die ersten beiden, die mit hoher Wahrscheinlichkeit
unmittelbar Ertrinken nach sich ziehen können, wenn keine „wasserdichte“
Schutzkleidung getragen wird.
In diesem Zusammenhang bedeutet „kalt“ eine Wassertemperatur von 15°C und
weniger! Aber die Reaktionen des Organismus auf Eintauchen in kaltes Wasser sind
von Mensch zu Mensch verschieden. Wer nicht an Kälte gewöhnt ist, bei dem
können dies fatalen Mechanismen sogar schon bei Temperaturen ab 25°C auftreten.
 
1. Stadium: Sofortreaktion oder Kälteschock. Ursächlich ist der plötzliche
Kältereiz auf der Haut. Diese kann innerhalb von 3 – 5 Minuten nach dem
Eintauchen zum Tod führen.
Nicht nur bei älteren Menschen, sondern auch bei Kindern,
Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
Ursächlich sind die Reaktionen des Kreislaufs und der Atmung auf den Kältereiz. Die
Reaktion setzt sofort ein, hat ihren Höhepunkt nach 30 Sekunden und kann
3 – 5 Minuten andauern. Es spielt keine Rolle über wie viel isolierendes Fett der
Körper verfügt.
Schon bei Wassertemperaturen ab 25°C setzt eine verstärkte Atmung ein. Bei
kälterem Wasser (unter 15°C ) kommt es sofort zu einem massiven Atemzug, der
bis zu 2-3 l Volumen umfassen kann und in eine unkontrollierte Hyperventilation
(beschleunigte Atmung) übergeht. Es wird bis zu 4-mal so schnell geatmet wie im
Ruhezustand, was zu Schwindel, Verwirrtheitszuständen und Panik mit dem Gefühl
von Luftnot führen kann(1,4).
Die Fähigkeit eines normal bekleideten Menschen, an der Luft den Atem im
Durchschnitt für über 1 Minute anhalten zu können, reduziert sich beim Eintauchen in
kaltes Wasser auf weniger als 10 Sekunden! Wenn man sich dann noch eine
unruhige Wasseroberfläche mit etwas Seegang oder kurzen Wellen vorstellt, die
immer wieder den Kopf und die Atemwege überspülen, dann besteht für die
verunfallte Person ein hohes Risiko Wasser einzuatmen, bevor es gelingt, die
Atmung unter Kontrolle zu bringen. Das benötigte Volumen an Flüssigkeit, das zum
Ertrinkungstod führen kann, ist wirklich gering. Es beträgt nämlich nur ¼ bis ½ Liter.
Das so genannte Atemvolumen, welches sich aus Atemfrequenz und eingeatmetem
Luftvolumen pro Minute errechnet, beträgt für einen erwachsenen Mann in Ruhe
etwa 6 -8 Liter.
Wenn man in kaltes Wasser fällt, so kann das Atemvolumen auf bis zu 150 Liter in
der ersten Minute ansteigen ( 1 ). Damit wird deutlich, dass es nur geringer
Wassermengen durch z.B. Inhalation von Gischt bei jedem Atemzug bedarf, um die
Lungenfunktion drastisch zu verschlechtern.
Tod durch Ertrinken infolge Beeinträchtigung der Atmung ist das
Hauptproblem für sonst gesunde und auch junge Menschen.
Zeitgleich kommt es durch den Kältereiz zu einer Verengung der Blutgefäße in der
Haut und durch den Wasserdruck auf die Beine zu einem Verschieben von mehr
Blutvolumen in den Brustkorb und zum Herzen. Durch den erhöhten Widerstand in
den Schlagadern und durch ein erhöhtes Angebot an Blut muss das Herz mehr
pumpen, wodurch die Herzfrequenz und der Blutdruck krisenhaft ansteigen.
Diese kann insbesondere bei schon vorliegendem hohen Blutdruck oder auch bei
älteren Menschen zu Herzinfarkt, Hirnblutung oder Schlaganfall führen. Der
zwangsläufige Anstieg von Stresshormonen kann Herzrhythmusstörungen
hervorrufen, was ebenfalls unmittelbar zu Bewusstlosigkeit mit Tod durch Ertrinken
führen kann.
 
2. Stadium: kurzfristige Reaktion oder Schwimmversagen. Ursächlich ist der
Kälteeinfluss auf Muskulatur und Nerven. Diese kann innerhalb von
5 – 30 Minuten nach Eintauchen zum Tode führen!
Nach der Haut kühlen als nächstes Nerven, Muskulatur und die Gelenke der
Extremitäten herunter. Dieses geschieht vor allem deshalb, weil Arme und Beine eine
große Oberfläche besitzen und die verengten Blutgefäße der Haut kein Blut mehr
zur Wärmeproduktion heranführen.
Für viele Aktivitäten, die für das Überleben wichtig sind, brauchen wir die Funktion
Unserer Hände. Die manuelle Geschicklichkeit, die Kraft und die Möglichkeit sich
zügig zu bewegen können sehr schnell nach Eintauchen in kaltes Wasser um
60 – 80% zurückgehen. Insbesondere die Kraft in den Fingern kann nach 5 Minuten
in 5°C kaltem Wasser um 20% verringert sein ( 1 ). Damit kann es schon schwierig
werden, z.B. die Rettungsweste aufzublasen, ein Spraycap hervorzuziehen, eine
Leine zu knoten oder sich irgendwo festzuhalten.
Wenn man das 1. Stadium, d.h. die ersten 5 Minuten, überlebt hat, aber keine
Rettungs- oder Schwimmweste trägt, die für Auftrieb sorgt, dann kann man sich nur
schwimmend an der Oberfläche halten. Koordinierte Schwimmbewegungen in den
ersten Minuten nach Sturz in kaltes Wasser auszuführen, ist aber wegen der
Hyperventilation und der Panik extrem schwierig, meistens sogar unmöglich.
Es wurde beobachtet, dass Personen, die man als „gute“ Schwimmer in warmem
Wasser einschätzte,
noch nicht mal in der Lage waren, eine Strecke von 2 – 3 Metern in kaltem Wasser
zurückzulegen, um
sich zu retten ( 1).
Wenn es einem trotzdem gelingt, am Anfang Schwimmzüge durchzuführen, dann
sinkt der Körper sehr schnell infolge der nicht mehr funktionierenden kalten
Muskulatur von der horizontalen in eine vertikale Lage ab. Dies führt zu immer
schnelleren, ineffektiveren und unkoordinierten Arm- und Beinbewegungen, erhöhter
Atemfrequenz und schließlich zum Unvermögen, den Kopf über Wasser halten zu
können.
 
3. Stadium: Unterkühlung ( Hypothermie ) : diese kann nach 30 Minuten in
kaltem Wasser und infolge Bewusstlosigkeit zum Ertrinkungstod führen. *
 
4.Stadium: Kreislaufzusammenbruch nach der Rettung. Ursache hierfür ist der
Abfall des Blutdrucks, nachdem der Verunfallte aus dem Wasser gerettet
wurde. *
 
*Die Stadien 3. und 4., die letzten beiden Stadien werden in diesem Artikel nicht
weiter abgehandelt.
Wichtig zu wissen ist, dass die beschriebenen ersten beiden Mechanismen vor dem
Eintritt der Unterkühlung ( Hypothermie ) auftreten. Vor allem das
Schwimmversagen ist die häufigste Ursache für den Ertrinkungstod! Die Statistiken
in England berichten, dass sich bis zu 55% der jährlichen Ertrinkungsunfälle in
offenem Wasser innerhalb von 3 Metern (!) Entfernung zu einer „sicheren“ Plattform
ereignen. (1)
 
Was bedeutet das jetzt für den Wassersportler im Frühjahr auf der Elbe, der Alster,
der Ostsee oder wo sonst auch immer das Wasser auch im Sommer nicht wärmer
als 15°C ist?
© 2019 JKN - Jacht-Klub Nordwest e.V.